London geht immer. Auch in Zeiten von Brexit & Co., oder vielleicht gerade jetzt erst recht, werden sich manche denken. Wer weiß was danach kommt? Wenn man schon eine Weile nicht mehr in der Hauptstadt im Südosten Englands gewesen ist, gibt es doch so einiges zu entdecken, was man vorher vielleicht noch nicht wahrgenommen hat. Und dennoch, eines wird immer gleich bleiben in London: keine Stadt auf der Welt hat so viele Symbole, welche man sofort mit dieser Metropole verbindet: das Underground-Zeichen, der Big Ben, die Doppeldecker-Busse oder die roten Telefonzellen, um nur einige wenige zu nennen. Dementsprechend verhält es sich auch mit Londons typischen Sehenswürdigkeiten wie eben Big Ben, Westminster Abbey, Tower Bridge, Buckingham Palace, London Eye, Piccadilly Circus und so weiter. Doch was ist mit den einzigartigen Besonderheiten, die man erst auf den zweiten Blick erkennt? Sie machen die royale Stadt der Traditionen und Zeremonien zu einem faszinierenden Ort, wo man aus dem Staunen nicht mehr raus kommt. Wir haben hier ein paar wahre fascinators für euch:

 Auslage im Selfridges

Das muss man mal gesehen haben! Vor allem zur Vorweihnachtszeit sind die Schaufenster des Nobelkaufhauses Selfridges in der Oxford Street der Hingucker. Spätestens wenn man in diesen Tagen hier vorbeispaziert und die wahren Kunstwerke in den Schaufenstern betrachtet, weiß man, daß sich in London gerade alles um Rockmusik und die 60-er und 70-er Jahre dreht.

The Shard

Haben Sie gewusst, daß sich in London der derzeit höchste Wolkenkratzer der EU befindet? Nun ja, noch…Zeitweise war THE SHARD auch das höchste Gebäude überhaupt in Europa. Allerdings gerade mal 4 Monate lang, nachdem es im November 2012 vom Moskauer Mercury City Tower abgelöst wurde. Das komplett verglaste Gebäude mit seiner imposanten Pyramidenform misst eine Höhe von 310 Meter und hat 87 Stockwerke, wovon 72 genutzt werden. Unter anderem befindet sich ein 5-Sterne-Luxushotel darin sowie Luxuswohnungen, Büroräume, eine Aussichtsplattform, Restaurants, Ausstellungen und Geschäfte. In die verschiedenen Etagen gelangt man über 44 Fahrstühle oder 306 Treppen.

Gleis 9 3/4 – King’s Cross Station

Nicht erst seit Harry Potter ist King’s Cross Station Mittelpunkt von Literatur, Film und Musik. Aber seit dem berühmten Zauberer mehr denn je! Denn von hier aus, genauer gesagt vom magischen Gleis 9 3/4, also einem Gleis, welches hinter einer Wand mit einem unsichtbaren, magischen Portal zwischen den Gleisen 9 und 10 liegt, fährt Harry mit dem sogenannten Hogwarts Express in die Schule für Magie und Hexerei. Für alle, die diesen Moment, wo Harry durch die magische Wand zum geheimen Gleis geht, nachempfinden möchten, gibt es eine Installation (s. Foto), wo man einen tollen Schnappschuss schießen kann. Anstellen in der line ist auch hier obligatorisch. Also genügend Zeit für den Fototermin einplanen. Das gilt übrigens genauso für den Harry Potter Shop nebenan.

Wachablöse am Buckingham Palace – Bobbys are crossing

Die Wachablöse vor dem Buckingham Palace findet täglich (April bis Juli) bzw. je nach Jahreszeit und wenn kein Regen fällt jeden zweiten Tag (August bis März, Mo,Mi,Fr,So) immer um 11 Uhr statt. Diese königliche Zeremonie dauert ca. 30 Minuten. Aufgrund des großen Andrangs und der hohen Sicherheitsvorkehrungen, die seit dem Terror 2005 noch verschärft wurden, sollte man etwa 1 Stunde vorher dort sein. Obwohl die Bobbys mit ihrem eigenen englischen Humor teilweise einen lockeren Spruch drauf haben, sind diese nicht zu ihrem Spaß dort. Der Officer im Bild hat uns eingeschärft, daß allein auf diesem Platz, wo wir gerade stehen, jährlich 59.000 Pfund während der Wachablöse gestohlen wird! Also aufgepasst und Handtaschen, Geldtaschen etc. gut festhalten!

Covent Garden – Stand-up Comedy

Am Covent Garden gibt es immer was zu sehen. Vor allem Stand-up Comedy steht hier im Mittelpunkt und so manche Comedian-Berühmtheiten machten hier ihre ersten „Geh-Versuche“, bevor sie ganz groß rausgekommen sind. Das Drumherum mit dem Apple-Market und den kleinen netten Geschäften ist sehr schön anzusehen, allerdings hat man vor allem bei den Essens-Ständen das Gefühl, daß man als Besucher hier ganz schön abgezockt wird. Quite nice, but there are better places.

SoHo und die Carnaby Street

SoHo muss man mal gesehen haben mit seinen kleinen Kneipen, Restaurants, kleinen Lädchen und natürlich einmal chinesisch essen gehen in Chinatown! Obwohl es ur-touristisch ist – Egal! Vor allem die Carnaby Street gilt es nicht zu verachten, die ist wieder richtig hip und ein Besuch allemal wert. Tolle Geschäfte und Boutiquen. Auch das außergewöhnliche Liberty Kaufhaus ist hier. Unbedingt reinschauen – exquisit ist gar kein Ausdruck!

Camden Market

Der Camden-Market in Camden Town sollte auf der Sightseeing-Liste für London keinesfalls fehlen. Wenn es heißt, daß diese Ansammlung von Märkten Woche für Woche von 500.000 Menschen bevölkert wird, so ist das keine Übertreibung, wie man annähernd auf dem Foto sehen kann. Vor allem der Camden Lock Market ist ein Must-See. Das ist ein richtiger Ur-Markt, wo man noch stöbern kann nach allem möglichen. Hier wird man fündig! Und das internationale Essen hier und dort und überall gehört zu dem ganzen Marktfeeling einfach dazu und macht den Markt noch mehr zu dem besonderen was er ist.

Little Venice – Idyllischer Spaziergang entlang des Grand Union Canals

Durch London fließt nicht nur die Themse, sondern auch der Grand Union Canal. Das schmale Gewässer schlängelt sich quer durch die Stadt. Ein guter Ausgangspunkt ist die U-Bahn Station Paddington. King’s Cross Station, Camden Lock Market, Regent Park usw. liegen in der Nähe. Vor allem durch die vielen Hausboote, die am Kanal liegen und die vielen schmalen Brücken, erinnert der Kanal an Venedig, daher auch der Name Little Venice. Der Grand Union Canal ist 220 km lang und führt über insgesamt 166 Schleusen sogar bis nach Birmingham.

Stadtrundfahrt mit dem 15-er Bus

Der gute alte 15-er Bus, eine Institution Londons und für Touris goldwert, nach wie vor. Denn mit dieser Buslinie kann man eine richtige Sightseeing-Tour durch den inneren Kern der Stadt unternehmen. Auf geht’s zu Tower of London und Trafalgar Square, vorbei an St. Paul’s Cathedral und der Temple Church in der Fleet Street.

The Borough Market – ein Must-See!

Und noch einer dieser Märkte, an denen man nicht vorbei kommt, und der noch das Ur-London erkennen lässt. Unweit der London Bridge findet man diesen Lebensmittelmarkt, der seine Wurzeln bereits im 13. Jahrhundert hat! Hier kann man in Genüssen schwelgen, alles probieren, und wie es scheint hat sich hier die Kulinarik der ganzen Welt versammelt: von creolisch-jamaikanischer Küche, über Thai, bis zu Burgern mit bestem Schweinefleisch von den glücklichsten Piggis von ganz England. Und alles ist soooooo fresh and green!

Truefitt & Hill – Ältester Barbershop der Welt

Ganz zufällig entdeckten wir dieses Unikum in der St. James Street unweit vom St. James Park. In der Auslage des ältesten Barbier-Handwerks-Geschäfts der Welt (!) sieht man wunderschönes Rasierzeug, wobei dieser Ausdruck ja geradezu schäbig klingt für die hier angepriesene edle Ware. Auch feine Düfte stehen im Angebot, ganz zu schweigen vom exklusiven Service der Bart,- Kopf,- und Gesichtspflege. Im Jahre 1805 wurde das Traditionshaus gegründet; Hoflieferant seit König George dem III. Zu den berühmtesten Kunden von Truefitt & Hill zählen nach wie vor natürlich die Britische Königsfamilie aber auch Frank Sinatra, Winston Churchill, Charles Dickens oder auch John Wayne schätzten diesen ersten „Barbershop“.

Primrose Hill – Gratis Sehenswürdigkeit

Das beste kommt zum Schluss mit Überraschungseffekt. Der Aufstieg durch den Regent Park auf den knapp 80 Meter hohen Hügel lohnt sich, denn hier hat man einen phantastischen Blick über die ganze Londoner Innenstadt mit seiner typischen Skyline. Was von der Ebene unten recht unwahrscheinlich scheint, entpuppt sich als wahres Highlight. Diese Aussicht sollte man nicht verpassen – und sie kostet keinen Penny!

One Comment

  1. Ich danke Ihnen für den interessanten Beitrag. Für London sollte man sich unbedingt mindestens ein Wochenende Zeit nehmen.
    Da gibt es viel zu entdecken.
    Mit besten Grüßen,
    Berna

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